Die Stadt Marburg kürzt ihre Kulturausgaben im Rahmen einer allgemeinen Haushaltskonsolidierung ab 2026, ausgelöst vor allem durch starke Gewerbesteuer-Einbrüche und eine Haushaltssperre.
Umfang und Status der Kürzungen
- Im Haushaltsentwurf 2026 sollen die Gesamtausgaben der Stadt von 366 Mio. € (2025) auf 354 Mio. € sinken, also 12,6 Mio. € weniger; gerade auch Kultur ist davon betroffen („zentrale Infrastruktur … wenn auch mit reduzierten Haushaltsmitteln“).
- Konkrete Summen für den Kulturetat werden im öffentlichen Kurzbericht nicht einzeln ausgewiesen, aber es wird ausdrücklich gesagt, dass Kultur- und Innenstadtentwicklung „mit reduzierten Haushaltsmitteln“ weitergeführt werden sollen.
Gründe für die Einsparungen
- Massiver Gewerbesteuer-Einbruch: 2024 musste Marburg rund 41 Mio. € Gewerbesteuer an Unternehmen zurückzahlen, was zu einer Haushaltssperre führte.
- Dadurch gilt: Keine neuen Stellen, Stopp des jahrzehntelangen Stellenausbaus, Einsparungen bei Sach- und Dienstleistungen (‑4,6 Mio. €, ca. ‑6,2%).
- OB Spies spricht vom „Krisenjahr 2026“: Alle Aufgaben werden auf den Prüfstand gestellt, priorisiert werden Bildung, Betreuung, Sicherheit, Klimaschutz und soziale Teilhabe – Kultur bleibt wichtig, bekommt aber weniger Wachstumsspielraum.